Tag 27 - Inselhopping
by Lukas
Catch me if you can!
Heute Morgen musste ich mal wieder Früh aufstehen. Das gab es die letzten Wochen so nicht. Ich reaktivierte gestern Abend meinen Arbeits-Wecker, der um 4:55 Uhr läutet. Oh Gott habe ich das nicht vermisst dieses Ding auf so eine frühe Zeit einzustellen. Der letzte Check-In für die Fähre wurde auf 15:50 Uhr angesetzt und ich hatte noch 134km vor mir. Gegen 6:15 Uhr kam ich vom Campingplatz los und strampelte eifrig meine Kilometer. Gegen 13 Uhr war ich bereits bei 100km, da hätte ich leicht noch eine Stunde länger schlafen können dachte ich mir. Bis ich mich durch den Verkehr von Dublin mit den unzähligen Ampeln bis zum Hafen vorarbeitete, vergingen aber noch einmal gut 1,5h. Ein Stopp bei einem Pub um ein Guiness zu trinken war leider nicht mehr drin. Dafür erreichte ich pünktlich die Fähre, auf der ich mein verdientes Guiness genoss. Leider ohne das Pubflair und etwas teurer aber dennoch schmackhaft. Ich bin ein absoluter Fan von dem Getränk. Unbeschreiblich wie ein dunkles, kaffeeartiges und erdiges Bier so leicht und unbeschwerlich schmecken kann. Und der feinporige sämige Schaum - ein Traum!
Wenn ich mich richtig zurück erinnere, habe ich zu allen Ländern ein kurzes Fahrradfazit geschrieben. Falls nicht, mache ich das für Irland jetzt trotzdem. Landschaftlich ist Irland ein richtiger Hingucker. Die Steilküsten und Strände sind wirklich etwas besonderes. Abwechslungsreich und sehenswert sind zwei passende Adjektive für die Landschaft. Bezüglichen Routen bzw. Fahrradstrecken gibt es Abzüge in der B Note. Leider verbringt man sehr viel Zeit auf der Straße. Dies sind zwar meist Neben- und Überlandstraßen mit wenig Verkehr, dennoch stört die Enge, der schlechte Untergrund und die Steinmauern Rechts und Links die einem den Ausblick einschränken. Ungeachtet dessen bleibe ich dabei, es hat sich sehr gelohnt nach Irland zurückzukehren.
Man merkt vielleicht, dass es diese eine perfekte Route und die perfekte Landschaft gar nicht gibt, da ich häufig Kritik an den Routen übe. Irgendwie soll sich ja alles stetig im Wandel befinden und man will von einem Highlight zum nächsten Fahren. Die Realität sieht natürlich anders aus und das ist auch gut so. Vergleichen kann man das ganze mit dem Wetter. Wo würden wir landen, wenn sich jeder nur Sonne wünscht und der Regen oder der Wind ausbleiben würde? Ich kann mich gut daran erinnern, dass es bei jeder größeren Tour bis jetzt dieses Auf und Ab gab. Am Ende zählt immer der Gesamteindruck von einem Land und einer Route. Was ich hier schreibe ist aber auch immer mit Vorsicht zu genießen. Eine objektive Sicht einer Einzelperson beschränkt auf eine definierte Route mit äußeren Einflüssen wie Stimmung, körperliche Verfassung und Erwartungshaltung.
Geht raus, fahrt Fahrrad. Macht euch euer eigenes Bild und definiert eure Vorlieben für eine gute Fahrradroute.
Mein absolutes Highlight heute: Im Zelt liegen, eingepackt im Schlafsack und dem Wind lauschen der durch die Bäume und über das Zelt fegt. Gemütlichkeit hat so viele verschiedene Facetten. Dazu natürlich das passende Lied. Auch ein Gute-Laune-Macher für den Morgen am Frühstückstisch, für alle die das gerade am Morgen lesen.
| Kurzübersicht | |
|---|---|
| Start | Roscrea, Irland |
| Ziel | Holyhead, UK |
| Kilometer | 138km |
| Höhenmeter | 303hm |
| Wetter | bewölkt 20°C |
| Wind | leichter Gegenwind |