Tag 23 - Energieerhaltungssatz
by Lukas
Ein kurzer Physik-Unterricht.
Heute habe ich mich gefragt, warum die heutige Etappe so schwergängig war und ich einfach keine Kilometer auf den Tacho bekommen habe. Erklären lässt sich das mit einem kurzen Exkurs in die Physik wie folgt. Mehrere Energieformen, die mein Körper auf mein Fahrrad überträgt, führen zur Umsetzung in kinetische und potenzielle Energie. Soweit so gut, ich will an Höhe gewinnen und vorwärts kommen und esse dafür fleißig meine Kalorien. Am höchsten Punkt eines Berges, ist die potenzielle Energie an meiner Gesamtmasse am höchsten. Diese möchte ich beim bergab fahren zu einem größtmöglichen Teil in kinetische Energie umwandeln. Und zwar am besten stetig und über einen längeren Zeitraum. Aufgrund von unebenen und steilen Straßen sowie engen Kurven, muss ich oft Bremsen. Das Bremsen verursacht Reibungsenergie (besser gesagt thermische Energie). Nach dem Energieerhaltungsgesetz schmälert eine größere thermische Energie somit meine kinetische Energie. Passiert das nun nach jedem Berg/Hügel, ist am Ende vom Tag die meiste potenzielle Energie in thermische Energie umgewandelt worden. Um nun 110km mit 1300hm zu fahren, benötige ich mehr Energie, die ich in kinetische Energie stecke, verglichen zu einer Bergetappe bei der ich eine 20km lange Abfahrt habe. Einfach gesagt: Wer bremst verliert.
Hinzukommend kann ich die kurzen Abfahrten nicht wirklich als Pause nutzen. Das Rad einfach laufen lassen und kurz durchatmen ist bei den Straßen nicht möglich. Ich weiß, gestern habe ich die vielen kleinen Berge befürwortet, das mache ich auch nach wie vor. Ich habe mich nur gefragt, warum das so anstrengend ist.
Bereits auf der heutigen Tour musste ich zwei größere Halbinseln auslassen. Leider sind dort nur Luxus-Campingplätze vorhanden, die keinen Zeltplatz anbieten. Ein Mobilehome mieten steht außer Frage.

Für die Iren ist hier grad eine Hitzewelle sondergleichen. Die Dame an der Rezeption meinte, wie ich bei denen Temperaturen mit dem Rad unterwegs sein kann. Das ist ja völlig abnormal. Meine kurze Antwort: “I cycled in France the last two weeks”. Das Gespräch war nach einem kurzen englischen Kraftausdruck und einem Lachen beendet. Es ist schon warm beim Fahrradfahren aber ich mein 27 Grad Celsius ist jetzt nicht die Welt oder? Aber wie es scheint, ist das wirklich eher die Ausnahme hier auf der Insel.
Schön langsam schmiede ich schon ein paar Pläne, wie die Tour weiter geht. Ich habe ja mehr als genug Zeit zu Überlegen. Wenn sich etwas herauskristallisiert, werde ich es auf jeden Fall hier ankündigen. Eines sei gesagt, die ursprüngliche Planung, die Reise in Irland enden zu lassen, werde ich nicht weiter verfolgen. @Veronika: Keine Angst, eine Weltreise werde ich nicht daraus machen.
| Kurzübersicht | |
|---|---|
| Start | Clonakilty, Irland |
| Ziel | Ballylickey, Irland |
| Kilometer | 110km |
| Höhenmeter | 1345hm |
| Wetter | sonnig 27°C |
| Wind | windstill |