Tag 22 - Fernsehschlafen
by Lukas
Ein zweites Mal sprachlos!
Alles was ich mir von Irland erhofft und gewünscht habe, wird mir bereits am ersten Tag auf der Route beschert. Eine schöne Landschaft im Hinterland, Steilklippen und schroffe Küstenabschnitte sowie malerisch schöne Buchten mit Sandstränden. Der Gesamteindruck wird natürlich durch das schöne Wetter bekräftigt, dennoch macht mich diese Insel ein zweites Mal sprachlos. Für irische Verhältnisse war das Wetter heute mit seinen 26°C relativ warm, für mich eine erleichternde Abwechslung nach der Hitzeperiode in Frankreich.
Das Gelände hier in Cork ist sehr wellig. Ein ewiges Auf und Ab. Von Meereshöhe auf 110m ü. NN. und wieder runter ans Meer. War mir für den heutigen Tag sogar lieber als ein größerer Anstieg. Der Pausentag hat seinen erhofften Effekt erbracht. Ich bin wieder spritziger und nicht mehr so abgeschlagen, sowohl körperlich als auch im Kopf. Die kleinen Anstiege waren perfekt um mich am ersten Tag nicht gleich wieder zu verausgaben, ein gemütlicher Re-Start. Klar denken sich jetzt einige, bei über 100km und 1000hm spricht er von Gemütlichkeit? Bisd debbad oder wos? Aber mir hats getaugt - Alles in Allem eine perfekte Tour.
Wie ist denn eigentlich der Plan für Irland? So ganz genau weiß ich das noch nicht muss ich zugeben. Ich werde spontan entscheiden, welche Halbinseln ich mit in meine Route aufnehme und welche nicht. Den Ring of Kerry werde ich wahrscheinlich Aufgrund seines hohen Verkehrsaufkommens (viele Busse, Wohnmobile) auslassen. Klar könnte man landschaftlich etwas Verpassen, aber ich denke die Insel ist groß genug und bietet so viele schöne Stellen. Außerdem will ich mich auch etwas fernab der Touristenströme bewegen. Die Halbinsel Dingle hingegen werde ich mit großer Wahrscheinlichkeit in die Routenplanung mit aufnehmen, hat mir vor zwei Jahren schon sehr gut gefallen. Städte wie Limerick und Galway werde ich eher umfahren, sofern ich keine technische Unterstützung benötige oder ein essenzielles Teil meiner Reise defekt wird. Ich lasse mich überraschen, ihr also automatisch auch.
Noch ergänzend zu Gestern. Ich habe einen absoluten Dad-Move vollzogen. Auf dem Laptop habe ich die Tour-de-France angeschaut. Bin natürlich eingeschlafen. Wie die Etappe am Ende ausging und die Zieleinfahrt ausgesehen hat, habe ich mir Abends in der Zusammenfassung angesehen. Ich denke die meisten Väter, von meinem kann ich das definitiv behaupten, kennen das Phänomen bei egal welcher Sportart. Ob Biathlon, Skispringen oder Formel 1. Das sportliche Ereignis ist nur halb so interessant wie das eigene Fernsehschlafen.
Ich bin heute Morgen an einem Pub vorbeigefahren. Eigentlich waren es unzählig viele Pubs aber der blieb mir Aufgrund seines Namens “The Glue Pot” im Gedächtnis. Eine Kneipe, die man nur für ein schnelle Bier aufsuchen will, man aber für den ganzen Abend ab Tresen kleben bleibt. Der absolut treffendste und genialste Name für einen Pub. Hat mir für längere Zeit ein Schmunzeln beschert und eigens erlebte Glue-Pot-Abende ins Gedächtnis gerufen.

| Kurzübersicht | |
|---|---|
| Start | Cork, Irland |
| Ziel | Clonakilty, Irland |
| Kilometer | 107km |
| Höhenmeter | 1070hm |
| Wetter | sonnig 26°C |
| Wind | Rückenwind aus Süd-Ost |