Kein Fall für das Kartellamt.

Den Blogpost von Gestern habe ich heute nachgereicht. Sowohl mobile Daten als auch das WLAN waren schlecht. Unter den Umständen dauert die Posterstellung meistens doppelt so lange. Darauf hatte ich schlichtweg keine Lust.

Heute Mittag haben wir uns kurz die Zeit genommen um zu Recherchieren, ob es noch mehr fahrradfreundliche Campingplätze gibt. An Tag 13 waren wir bereits an so einem Campingplatz. Die Zertifizierung nennt sich Accueil Vélo und bedeutet übersetzt Fahrrad willkommen. Wir entdeckten eine Internetseite auf der alle zertifizierten Campingplätze aufgeführt sind. Für die heutige Nacht suchten wir uns auf der Website einen passenden Platz aus. Und siehe da, der Campingplatz hat eine extra Fahrradwiese (wobei es eher einem Sandkasten entspricht) mit Sitzgarnitur. Die letzten Tage haben wir den Rest des Tages sitzend auf dem Boden verbracht. Unsere Fahrräder konnten wir ebenfalls waschen. Dieser Luxus kostet für zwei Personen gerade einmal 12€. Gestern haben wir für die Nacht 39€ gezahlt. Die Preise hier in Frankreich sind sehr unterschiedlich, warum auch immer. Von Preisabsprachen kann man also nicht sprechen - kein Fall für das Kartellamt. Wir werden die kommenden Tage definitiv wieder Ausschau nach einem zertifizierten Camp halten. Da stellt sich einem die Frage, warum wir nicht bereits ab Tag 13 auf die Idee gekommen sind uns besser zu informieren? Faulheit, digitale Abstinenz oder schlichtweg Müdigkeit nach dem Radfahren sind mögliche Antworten. Im Nachhinein muss man sich darüber fast schon ärgern.

Heute wurden wir mit vielen Passagen am Meer sowie wunderbarem Untergrund belohnt. Unsere Stimmung ist um Welten besser und steigert sich kontinuierlich. Die Holperstrecken schlagen nicht nur auf den Körper sondern auch auf das Gemüt. Zu unserer Erheiterung wurde vor unseren Augen in der Brotzeitpause das lokale Bauerntheater aufgeführt. Ein Lebenskünstler, der vermutlich sein geschätztes fünftes Gewerbe (geführte E-Scooter Touren) in den Ruin treibt, lies den Unmut über seinen schlechten Start in den Tag an anderen Autofahrern aus. Zu unserem Amusement endete dies mit einer unkontrollierten Rückwärtsfahrt und einer Delle im Auto, da er seinen kurz zuvor entkoppelten Anhänger nicht mehr auf dem Schirm hatte. Die folgende Schimpftirade kann aus Jugendschutzgründen und Übersetzungsschwierigkeiten nicht wiedergegeben werden. Simon hat nur das Wort “Mord/Tod” gehört, das er zu einem anderen Autofahrer sagte. Wir saßen entspannt auf dem Boden eines Parkplatzes und genossen unser belegtes Baguette und das Spektakel.

Kurz zum heutigen Ortsnamen unseres Ziels. Notre-Dame-de-Monts heißt übersetzt Unsere Liebe Frau von den Bergen. Komischer Name für einen Ort, der definitiv nicht in der Nähe irgendwelcher Berge ist.

Für den heutigen Tag gibt es wieder eine Songempfehlung. Ich hatte den Song vor Jahren schon einmal entdeckt, wieder aus den Augen verloren und vor ein paar Wochen wieder entdeckt. Vielleicht geht es jemanden von euch genauso mit dem Lied. Hier bitte - ein absoluter Klassiker:

Lynyrd Skynyrd · Simple Man
Kurzübersicht  
Start La Tranche-sur-Mer, Frankreich
Ziel Notre-Dame-de-Monts, Frankreich
Kilometer 110km
Höhenmeter 280hm
Wetter sonnig, 35°C
Wind leichter Gegenwind