Sanfermines in Pampolona.

In Pamplona startet in zwei Tagen das Volksfest San Fermin (oder Sanfermines). Zu den 200.000 Einwohner kommen die nächsten Tage noch etwa eine Millionen Schaulustige und Feiernde in die Stadt. Das San Fermin dürft den meisten bekannt sein, vielleicht nicht vom Namen her, sicher jedoch von den Stierläufen durch die Stadt. Die ganze Stadt ist in Weiß und Rot gekleidet und feuert die Teilnehmer der Stierläufe an. Ich bin kein Freund davon, wie die Tiere behandelt werden und dass sie abermals am Ende der Stierläufe in der Arena von Toreros getötet werden. Einen gewissen Reiz und ein Interesse das Fest mitzuerleben verspürte ich dennoch. Hätte ich keine Verabredung in Frankreich, wäre ich vermutlich für ein paar Tage in der Stadt geblieben.

Die heutige Tour führte durch das Baskenland. Landschaftlich sehr schön, die Bergdörfer idyllisch gelegen mit optisch schönen Häusern und blühenden Gärten. Der Kontrast zum Rest Spaniens erinnert mich ein wenig an Südtirol und Italien. Die Route touchierte die Pyrenäen an ihren Ausläufen. Mit einem kleinen Pass und verhältnismäßig wenigen Höhenmetern lasse ich Spanien also hinter mir. Ein tolles und interessantes Land, es wird definitiv ein Wiedersehen geben.

Ein Wiedersehen gab es heute schon. Ich habe Frankreich erreicht und bin nun wieder am Atlantik. Ich muss sagen, ich habe mich wirklich sehr darüber gefreut. Die Freude wurde wahrscheinlich durch mehrere Punkt ausgelöst. Um nur ein paar Punkte zu nennen: zukünftige Touren ohne große Steigungen und mit wenig (bis keine) Höhenmeter, Kaffee den Simon mitbringt und für die nächsten 12 Tage gemeinsam ein Ziel zu haben. Ich genieße es sehr, die Tour zu einem großteil alleine zu machen. Dennoch freue ich mich nun auf eine Zeit als Team (Toll Ein Anderer Machts klappt beim Radeln nicht, außer vielleicht bei einem Tandem). Die passende Menge für das Abendessen einzukaufen und zu kochen wird leichter. Hab gerade für mich alleine gekocht - absoluter Albtraum, man macht immer zu viel. Zuhause ist das kein Problem, dann isst man das Gericht halt noch einen zweiten Tag. Auf Radreise gestaltet sich das schwierig, keine Kühlung und wenig Platz in den Taschen. Wenn ich am Abend gekocht habe, gabs das meistens auch zum Frühstück. Tortellini mit Chorizo-Gorgonzola-Soße um 6:15 Uhr - gibt nichts geileres. Geheimrezept für die Strecken >100km mit >1500hm.

Zum Abschluss noch ein Foto meiner heutigen Küche, tiefe und unzensierte Einblicke in den Alltag. Der Campingplatz hatte leider keine andere Sitzgelegenheit. Details, die einem Camper mit Wohnmobil nicht auffallen, für Leute die mit dem Rad unterwegs sind jedoch purer Luxus sind. Habe auf jeden Fall viele Blicke von anderen Campern auf mich gezogen - unbeschreiblich lustig.

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Noch als kleine Vorankündigung. Wie und in welcher Länge die nächsten Tage die Blogposts erscheinen, weiß ich noch nicht. Echte Kommunikation mit meinem Mitstreiter sind mir definitiv wichtiger als meine Gedanken und Erlebnisse in einen Laptop zu tippen. Danke fürs Verständnis!

Kurzübersicht  
Start Pamplona/Iruña, Spanien
Ziel Saint-Jean-de-Luz, Frankreich
Kilometer 128km
Höhenmeter 1250hm
Wetter sonnig, 26°C
Wind teilweise mäßiger Gegenwind, windstill