Spanien zeigt sich von seiner trockenen Seite. Das aktuelle Gebiet in dem ich mich befinde ist äußerst trocken. Ganze Landstriche ähneln einer Wüste, auch wegen ihrer Farbe. Die Böden sind verdörrt, das Getreide bereits erntereif. Nach einem hohen Flächenertrag sieht das aber nicht aus. Eher macht die Fläche den Ertrag. Es wird auch schon fleißig gedroschen, gepresst und die Strohballen eingefahren. Zwischen den trocknen Landstrichen finden sich immer wieder vereinzelt sehr grüne Felder. Flüsse und Bäche werden aufgestaut, kanalisiert und das Wasser überirdisch über kilometerlange Betonkanäle zu den Feldern geleitet. Ohne das Wasser würde die Landwirtschaft rein über das Wasser aus Niederschlägen nicht funktionieren. Vereinzelt habe ich auch Wiesen gesehen, die per Beregnungstechnik gegossen werden, nur um Heu für Rinder zu ernten.

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Heute habe ich die bis dato längste Tour hinter mir. Aufgrund der wenigen Höhenmeter und den relativ eintönigen Wegen habe ich mir die Distanz bewusst vorgenommen. Die 100km waren bereits um 13 Uhr abgestrampelt. Im Anschluss gingen es mit dem Kilometerfortschritt nur schleppend voran. Starke Gegenwinde aus Nord-Ost und somit exakt aus der Richtung in die ich unterwegs bin, machten das letzte Drittel zu einer erheblichen Anstrengung. Für die letzten 12 Kilometer zur Herberge (span. Albergue) benötigte ich etwa 1 Stunde - wohlgemerkt ohne Steigung.

Auf dem Camino gibt es im Grunde zwei Konzepte von Herbergen. Kommerzielle Herbergen, hinter denen meist Privatpersonen oder Hotels stecken. Bis jetzt war ich ausschließlich in solchen Albergues. Sowohl Gestern als auch Heute bin ich in Herbergen, die entweder kirchlich oder kommunal geführt sind (bestimmt gibt es noch Sonderformen wie Stiftungen etc.). Der Vorteil an diesen Herbergen ist, dass sie extrem günstig sind oder sogar kostenlos mit der Option einen Beitrag für seinen Aufenthalt zu spenden. Das ermöglicht jedem, unabhängig seiner finanziellen Situation, den Camino zu bestreiten.

Ich hatte heute beim Fahrradfahren sehr viele gute Ideen für den Blog. Allem Anschein nach hat mir der Wind die alle aus der Birne gepustet. Muss mir da noch etwas überlegen, wie ich die Ideen dann am Abend in den Blog fließen lassen kann. Sprachnachricht an mich selbst habe ich schon ab und zu gemacht, bei Wind oder an der Straße ist das aber auch nicht immer leicht zu handeln.

Kurzübersicht  
Start León, Spanien
Ziel Castrojeriz, Spanien
Kilometer 161km
Höhenmeter 550hm
Wetter sonnig, 25°C
Wind mittlerer bis starker Gegenwind mit Böen