Der Frühe Vogel fängt den Wurm, dachte ich mir. Nach etwa 20 Kilometern musste ich jedoch per Boottaxi über den Rio Mino. Hat mich etwas Zeit gekostet. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich jedoch noch nicht, dass mich die Überfahrt noch mehr Zeit kosten sollte. Auf den nächsten Kilometern nahm die Anzahl an Pilger zu. Sie alle wandern auf dem Camino de Potugues nach Santiago - ich kannte bis dato nur eine Variante muss ich gestehen. Über einen Abwechslungsreichen Weg von Holzstegen am Meer über Speedpassagen erreichte ich Baiona gegen Mittag. Ein Blick auf die Uhr verriet jedoch, es war bereits 14 Uhr, auf dem Tacho noch 13 Uhr. Unbewusst bei der Überfahrt und somit dem Grenzübertritt nach Spanien die Zeitzone gewechselt.

Zeitzonen siehe hier

Ab Mittag führte die Route vorerst hauptsächlich durch die Stadt (beziehungsweise VorVorStadt, Vorstadt, Stadt und das ganze wieder in anderer Reihenfolge). Positiv war der abgegrenzte Radweg zur Straße, negativ die gefühlt 100 Ampeln. Mag mir jetzt vielleicht nicht jeder glauben, aber die meisten habe ich tatsächlich abgewartet. Dementsprechend war mein Kilometerdurchschnitt ziemlich verhagelt. Um der Stadt ein wenig zu Entfliehen, bog der EuroVelo zusammen mit dem Camino in die höheren Lagen der Stadt ab. Irgend ein Bürofuzzi (bin slebst einer, darf das also sagen) dachte sich, die beiden Wege übereinanderlegen wäre super - sparen wir uns Fahrradschilder. Bei 25% Steigung musste ich absteigen steil gehen. An Fahren selbst mit Spitzkehren nicht zu denken. Den weiteren Verlauf beschreibe ich mal mit einem Wort: Mountainbikestrecke.

Am Abend (Ankunft 19 Uhr) dann das erste Mal in einem Hostel genächtigt. Kein Zeltplatz weit und breit. Für 13€ im Schlafsaal mehr als in Ordnung. Campingplätzen kosten häufig auch 13-20€. Als einziger Fahrradfahrer unter Pilgern fällt Kontakte knüpfen recht leicht.

Kurzübersicht  
Start Viana do Castelo, Portugal
Ziel Calle, Spanien
Kilometer 113km
Höhenmeter 830hm
Wetter wechselhaft, 26°C
Wind Eigentlich Rückenwind, Track sagt Nein